Neue Bewerbung in weiter Ferne

eingestellt am 09.02.2016

Am 03.02.2016 berichtete die Stuttgarter Zeitung über das zwölfte Stuttgarter Sportgespräch am 01.02.2016:

Neue Bewerbung in weiter Ferne

Olympia
Beim Stuttgarter Sportgespräch wird viel Skepsis artikuliert. Von Tobias Schall

Alfons Hörmann hat sich skeptisch zu einer neuerlichen deutschen Olympia-Bewerbung geäußert. Gut zwei Monate nach dem Olympia-Aus für Hamburg sagte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in Stuttgart: „Ein drittes Mal können wir uns keine Klatsche erlauben." Vor der Hansestadt war Ende 2013 bereits die Münchner Bewerbung für die Winterspiele 2022 in einem Bürgerentscheid abgelehnt worden. „Ohne Referendum geht es aber in Deutschland nicht", sagte der DOSB-Chef. „Es muss die Zeit und die Situation reif sein." Wann das der Fall sei, könne niemand sagen. Nach dem Hamburger „Nein" gilt es als wahrscheinlich, dass es in absehbarer Zeit zu keiner neuen Bewerbung kommt.

Deutschland ohne olympisches Feuer?

Hörmann war am Montagabend zu Gast in der Spar da-Welt beim zwölften Stuttgarter
Sportgespräch. Die von den Anwaltskanzleien „Wüterich Breucker" und „Thumm" organisierte Veranstaltung gilt als eines der führenden deutschen Diskussionsforen für sportpolitische Themen. „Deutschland ohne olympisches Feuer?" - diese Frage stellten die Organisatoren diesmal. Die Ursachenforschung für das neuerliche Scheitern einer Bewerbung beschäftigt den deutschen Sport seit Monaten. Es gebe nicht den einen Grund, so Hörmann, sondern viele einzelne Aspekte.

Sportphilosoph Gebauer übt Kritik

Der Sportphilosoph Gunter Gebauer kritisierte, dass die Hamburger Bewerbung zu technokratisch gewesen sei: „Die Emotionalität hat gefehlt." Auch Christoph Holstein, der während der Bewerbung in Hamburg für Olympia zuständige Staatsrat, fragte sich, ob man Olympia zu sehr als Stadtentwicklungsprojekt verkauft habe. Grundsätzlich sei man aber an einer ganzen Gemengelage gescheitert. Flüchtlingskrise, Terror in Paris, Fifa-Skandal, ungeklärte Kostenfrage, Sommermärchen-Affäre und eine grundsätzliche Skepsis gegenüber Großprojekten und Sportverbänden. „Olympia war in schlechten Händen", sagte Gebauer mit Verweis auf einige Gastgeber und das Misstrauen der Bevölkerung.
Olympia in Deutschland sei zurzeit schwer vorstellbar, sagte Holstein. Aber es gebe eine Perspektive. So sieht das auch Alfons Hörmann, es sei aber im Moment sicher falsch, konkret über eine Bewerbung zu sprechen. Man müsse abwarten, wie es weitergehe.

Quelle: Stuttgarter Zeitung

Link: www.stuttgarter-zeitung.de



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