Andere Zeiten – andere Zeiten

eingestellt am 13.08.2009

Die Stuttgarter Zeitung schreibt am 13.08.2009 über eine Forderung zur Annullierung alter Weltrekorde, die vor den Titelkämpfen laut werden.

Leichtathletik-WM: Vor den Titelkämpfen werden Forderungen nach einer Annullierung alter Weltrekorde laut

Marita Koch wird das Scheitern live im Stadion verfolgen. Am Dienstagabend wird sie auf der VIP-Tribüne im Berliner Olympiastadion sitzen und mit Interesse verfolgen, wie acht weiteren Frauen das Unterfangen misslingen wird, an ihrer Bestmarke auch nur annähernd zu kratzen. Um die 400 Meter geht es, und man muss keine seherischen Fähigkeiten hierfür haben, seit mehr als 20 Jahren geht das schon so. 47,60 Sekunden hat die damalige DDR-Athletin beim Weltcup 1985 in der australischen Hauptstadt Canberra benötigt. Es ist der zweitälteste Rekord der Leichtathletik. […] 

Helmut Digel hatte 2006 die Einführung von Jahrhundertrekorden und eine damit verbundene Zäsur gefordert. „Die 47,60 von Marita Koch sind demotivierend“, sagte er damals. Doch der DLV teilte im Mai 2006 mit, dass eine Löschung ohne positive Proben nicht möglich sei. Eine 32-seitige Expertise der Stuttgarter Anwälte Christoph Wüterich und Marius Breucker widerspricht diesem Urteil. Aus Angst vor juristischen Problemen sei nichts geschehen, hört man. Ein allererster Anlauf zur Jahrtausendwende war ebenfalls gescheitert, an der IAAF.

Gegenüber der Stuttgarter Zeitung hat der sportpolitische Sprecher der Grünen, Winfried Hermann, erst kürzlich wieder die Löschung sämtlicher Bestmarken aus alten Dopingzeiten gefordert. Dies könne nicht der Maßstab für die heutigen Sportler sein. Realistisch gesehen aber wird wohl nichts mehr geschehen, allen Fakten zum Trotz. […]

Quelle: Stuttgarter Zeitung


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