Basketball-Bundesliga der Frauen - Keltern kippt die Ausländerregelung

eingestellt am 11.11.2014

Die Pforzheimer Zeitung schreibt über die Anpassung der Ausländerregelung an geltendes EU-Recht in der zweiten Basketball-Bundesliga der Damen (BDDL):

"Weil Dirk Steidl vom Grünen Stern juristisch vorging, wurde die Spielordnung in der 2. Liga während der Saison geändert. Spielerinnen aus EU-Staaten sind jetzt den Deutschen gleichgestellt. […]

Auf Druck des Vereins aus Keltern musste die Damen Basketball Bundesliga (BDDL) kurzfristig ihre Spielordnung ändern. Jetzt sind Spielerinnen aus EU-Staaten deutschen Spielerinnen gleichgestellt." […]

In der 2. Liga mussten nach der  bisherigen „Deutschenregelungen“ immer mindestens drei deutsche Spielerinnen auf dem Feld stehen. Die beiden Ausländerplätze waren vorwiegend für leistungsstarke US-Amerikanerinnen reserviert. „Mir kam das von Anfang an spanisch vor. Die Ausländerregelung kannte ich aus dem Fußball nach dem Bosman-Urteil anders“, sagt Dirk Steidl. Doch auf Nachfrage in einer Liga-Sitzung im Sommer 2012 sei ihm mitgeteilt worden, die Regelung entspreche geltendem Recht. Es wurde von einer sogenannten Positivregelung gesprochen. „Als Laie habe ich das akzeptiert“, sagt Steidl.

Zwei Jahre lang war Ruhe, dann wollte Dirk Steidl seine Ehefrau vor der Saison 2014/15 für die zweite Mannschaft des Vereins in der Regionalliga melden. Dabei stellte er fest, dass in der Regionalliga-Sitzung das EU-Recht voll umgesetzt ist. „Hier dürften fünf Europäerinnen gleichzeitig spielen, ohne dass eine einzige Deutsche auf dem Platz stehen muss.“ Da Serbien nicht zur EU gehört, holte er juristischen Rat bei einem Sportrechtler ein. In diesem Zusammenhang stellte sich heraus, dass der entsprechende Paragraf in der Spielordnung nicht europäischem Recht entspreche. […]

Er ließ vom Stuttgarter Rechtsanwalt Frank Thumm ein Gutachten erstellen und forderte die DBBL zu einer Stellungnahme auf. Als die Liga nicht reagierte, strengte der Sterne-Vorstand im September ein Normenkontrollverfahren beim DBBL-Schiedsgericht an. Als auch das stockte, drohte Steidl mit dem Gang vor ein ordentliches Gericht. […]

Bereits am 29. Oktober unterzeichneten Verein und DBBL für die 2. Liga einen Vergleich. Künftig müssen laut Spielordnung nicht mehr drei deutsche Spielerinnen auf dem Feld stehen, sondern drei Spielerinnen aus einem EU-Mitgliedsstaat oder einem EU-assoziierten Staat. Allerdings müssen diese EU-Spielerinnen seit dem 1. Januar 2013 ununterbrochen legal in Deutschland leben und spätestens seit dem 1. September 2014 einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsvertrag als Berufsspielerinnen bei ihrem Verein haben. […]"

Quelle: Pforzheimer Zeitung 
(06.11.2014)

Link: www.pz-news.de


Kommentare

- Es sind noch keine Kommentare vorhanden. -